Fragen? Antworten! Rohfütterung in aktuellen Fragen.

In dieser Rubrik werden wir in Zukunft regelmäßig Fragen diskutieren, die uns von Kunden oder Interessenten in Bezug auf die Rohfütterung gestellt worden sind.
Manche Fragen haben einen ganz allgemeinen Charakter, andere sind eher spezieller / individueller Natur. Trotzdem sind einige dieser Fragen mit Sicherheit auch für andere Barfer interessant, bzw. für alle, die sich mit dem Thema Rohfütterung auseinander setzen. Wer Fragen hat, die an dieser Stelle veröffentlicht werden sollen: Immer her damit!

    1. Wovon sollte ich abhängig machen, ob ich Getreide füttern möchte? Die unterschiedlichen Meinungen dazu verunsichern mich. (Die Frage wurde in Bezug auf die Fütterung eines Hundes gestellt)
      Bei einem ausgewachsenen, gesunden Hund sollte man diese Entscheidung erst einmal davon abhängig machen, ob Ihr Hund Getreide verträgt. Getreidefütterung kann generell z.B. zu Verdauungsproblemen wie etwa vermehrten Blähungen führen, darüber hinaus ist eine Gluten-Unverträglichkeit (Gluten = Klebereinweiß in vielen Getreidearten) bei Hunden mittlerweile kein Einzelfall mehr. Hat Ihr Hund bei der Getreidefütterung keine Probleme, kann Getreide in den Futterplan aufgenommen werden, jedoch sollte ein Anteil von etwa 10% dabei nicht überschritten werden.  Bei Leistungs-und Arbeitshunden kann Getreide zur Bereitstellung schnell verfügbarer Energie dienen, auch bei Windhunden kann das rassespezifisch sinnvoll sein. Andersherum kann diese schnell verfügbare Energie aus Kohlenhydraten in Getreideform auch ein Grund sein, Getreide nicht oder nur sehr kontrolliert zu füttern. So z.B. bei Welpen grosser Hunderassen, um ein zu schnelles Wachstum zu vermeiden. Auch bei Hunden mit der Neigung zu Übergewicht kann Getreide die Gewichtszunahme beschleunigen. Auch bei Erkrankungen wie Arthrosen, chronischen Magen-und Darmerkrankungen oder Krebs sollte Getreide konsequent aus dem Futterplan gestrichen werden.

 

    1. Ich möchte gerne wissen, was ich zum Barfen brauche, damit der Hund keine Mangelerscheinungen bekommt. Welche Zusätze soll ich nutzen?
      Die Frage ist leider nicht pauschal zu beantworten. Wichtig ist zunächst, dass die Grundlage der Fütterung stimmig ist. Bei der Fleischzusammenstellung bedeutet das, so ausgewogen und abwechslungsreich wie möglich zu füttern, unterschiedliche Fleischsorten oder Fleischteile zu nutzen, nicht nur reines Muskelfleisch, nicht zu fettarm zu füttern.  Fleisch und Innereien liefern bereits wichtige Vitamine (Vitamine des B-Komplexes, Rinderleber ist z.B. ein hervorragender Vitamin-A-Lieferant), genauso wie eine abwechslungsreiche Auswahl bei den gefütterten Gemüse-und Obstsorten.
      Werden keine oder sehr wenig Knochen gefüttert, muss Calcium im Normalfall durch einen anderen Calciumzusatz ergänzt werden, wie etwa Eierschalenmehl, Algenkalk, Calciumcitrat, Fleischknochenmehl etc.
      Ebenso ans Futter gehört ein gutes, kaltgepresstes Öl zur Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren.
      Das ist die Basis. Darüber hinaus kann es aber Sinn machen, je nach Hund, Jahreszeit und individueller Bedarfssituation weitere Zusätze zu wählen, um das Futter für den jeweiligen Hund zu optimieren. Spezielle Bedarfssituationen sind z.B. Wachstum (insbesondere auch bei grossen Rassen), Alter, Fellwechsel, Trächtigkeit, Haut-und Fellprobleme, Allergien, chronische Erkrankungen, etc. Aber genau das ist ja auch einer der ganz großen Vorteile bei der Rohfütterung: Das Futter kann hervorragend jeweils an die vorgegebenen Bedürfnisse angepasst werden.

 

  1. Mein Hund hat nach der Umstellung auf BARF deutlich Gewicht verloren, ist das normal? (Die Frage bezog sich auf einen ausgewachsenen, normalgewichtigen Hund mit 26 kg Körpergewicht, unkastriert)
    Leichte (!) Gewichtsschwankungen können bei ausgewachsenen, gesunden Hunden sind nach der Umstellung auf Rohfütterung durchaus vorkommen, allerdings ist Vorsicht geboten, wenn ein Hund sehr schnell deutlich an Gewicht verliert. In diesem Fall muss die Fütterung in jedem Fall noch einmal kontrolliert und angepasst werden. Zum einen kann es erforderlich sein, die Gesamtfuttermenge etwas zu erhöhen, gerade bei sehr aktiven Hunden oder sehr muskulösen Rassen. Auch der Fettanteil des Fleisches sollte im Auge behalten werden; wenn nur sehr fettarme Sorten gefüttert werden können, weil der Hund z.B. Allergiker ist, ist es empfehlenswert, dass Futter mit etwas zusätzlichem (tierischen) Fett anzureichern. Bei Welpen, alten und chronisch erkrankten Tieren signalisiert ein deutlicher Gewichtsverlust allerdings Alarmstufe rot und gehört tierärztlich abgeklärt!
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