Rohernährung = Mangelerscheinungen?!

Es ist eigentlich eine ganz einfache Frage, aber wir werden immer wieder mit ihr konfrontiert: Kann man seinen Hund / seine Katze roh so ernähren, dass man Mangelerscheinungen ausschließen kann? Gerade für Umsteiger und Neulinge ist dies oft eine zentrale Frage, wenn es um das Thema Rohfütterung geht.
Die Antwort ist eigentlich ebenfalls ganz einfach: Selbstverständlich.

Die Verunsicherung, die bei diesem Thema herrscht, ist genau so verständlich, wie sie auch unverständlich ist.
Verständlich deswegen, weil viele Hunde-und Katzenhalter seit der Etablierung des Fertigfutters das Gefühl vermittelt bekommen, dass Fertigfuttersorten genau die Zusammensetzung beinhalten, die Hunde bzw. Katzen für eine optimale und ausgewogene Ernährung benötigen.
Für Vitamine, Taurin, Calcium und Phosphor z.B. sind irgendwann Richtwerte für Fertigfutter festgelegt worden, die enthalten sein müssen, um den Mindestbedarf abzudecken.
Darüber hinaus findet man auf der Verpackung die sogenannte Rohanalyse, also der prozentuale Gehalt von Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser.
Bei all diesen Werten wird leider nicht die eigentliche Zusammensetzung des Futters berücksichtigt, also wie verwertbar und sinnvoll z.B. die einzelnen Bestandteile für Katzen / Hunde sind. Anders ist z.B. der zum Teil extrem hohe Getreideanteil in manchen Futtersorten nicht erklärbar. Trotzdem verlassen sich viele Hunde-und Katzenhalter erst einmal darauf, dass sie mit dem gekauften Fertigfutter ihr Tier gut versorgen - wie es ja auch auf der Verpackung steht.

Unverständlich deswegen, weil man selbst eigentlich sehr gut weiß, was für die eigene Ernährung gut ist, auch wenn man sich zugegenermaßen nicht immer daran hält.
:-)

Aber man ernährt sich, gegebenenfalls seine Kinder, im Normalfall nicht ausschließlich mit Fertigprodukten, schon gar nicht mit immer demselben Fertiggericht.
Und wir funktionieren natürlich auch noch, wenn wir uns über einen längeren Zeitraum vorwiegend “ungesund” ernähren, man merkt die Auswirkungen jedoch früher oder später. Am ehesten natürlich auf der Waage, aber auch das körperliche Wohlbefinden sinkt mit der Zeit.

Was bei der eigenen Ernährung selbstverständlich ist, wird bei der Ernährung Hunden und Katzen oft in Frage gestellt. Selbstverständlich sind Sie in der Lage, das Futter für Ihre Katze oder / und Ihren Hund so zusammenzustellen, ohne dass zwangsläufig Mangelerscheinungen auftreten. Warum denn auch nicht?
Wichtig und unumgänglich ist, dass man sich mit den Grundzügen der Hundeernährung *klick* bzw. der Katzenernährung *klick* vertraut macht.
Dass man weiß, warum man was wie füttern sollte und in welchen Mengen. (Stichwort Bedarf).
Im Hinterkopf sollte man dabei auch haben, dass Katzen - im Gegensatz zum Wolf - ein relativ enges Beutetierspektrum haben, man also in der Zusammenstellung der Ernährung etwas mehr auf den Nachbau dieser Beutetiere festgelegt ist.

Es geht aber wohlgemerkt um die Grundzüge, man kann dabei anpassen, verändern und sollte immer auf die individuellen Bedürfnisse des Tiers eingehen. Gerade diese Möglichkeit der individuellen Zusammenstellung und Anpassung ist einer der großen Vorteile bei der Rohfütterung.
Es ist jedoch nicht notwendig, alles täglich Milligramm-genau auszurechnen und abzuwiegen.
Wichtig ist, dass die Ernährung im Mittel ausgewogen und abwechslungsreich ist und dauerhafte starke Über-oder Unterdosierungen vermieden werden. Sehen Sie? Es ist nicht so schwer, wie einem mitunter gerne weiß gemacht werden soll. Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass Sie Ihr Tier nicht ohne industrielle Futtermittel gut und ausgewogen ernähren können.

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